Sich selbst bewusst
Wenn wir morgens aus dem Bett aufstehen, zur Arbeit, Schule oder Studium aus dem Haus gehen, uns mit anderen Menschen zum Essen treffen oder im Supermarkt einkaufen; es ist immer bei uns: unser Selbstbewusstsein.
Die Ausprägung von diesem ist allerdings von Mensch zu Mensch verschieden. Die meisten Menschen in unserem Land haben leider ein Problem mit dem Selbstwertgefühl. Die steigende Anzahl von Personen in unserer narzisstischen Gesellschaft spricht Bände. Die Ursachen können vielfältig sein, liegen aber meisten in der Kindheit begründet. Zu viel oder zu wenig Aufmerksamkeit wäre da zu nennen. Aber auch Eltern/Kind Beziehungen bei dem das Kind eine starke Abhängigkeit kennen lernen musste oder in dem das Kind viel negative Rückmeldung bekommen hat können ein Grund sein. Sogar genetische Faktoren stehen zur Diskussion. In jungen Jahren mit solchen Faktoren konfrontiert, verfestigen sich negative Denkmuster und Einstellungen sehr schnell während des Erwachsenwerdens. Wie bei so vielen Persönlichkeitsmerkmalen ist es schwer hier etwas zu ändern je mehr Zeit der betroffene Mensch mit Ihnen lebt. Schwer aber nicht unmöglich!
Auch im Alter können wir alle unser Selbstbewusstsein positiv beeinflussen. Dies ist nicht von heute auf Morgen möglich und es bedarf auch an einiges an Arbeit, aber es ist möglich.
Zu Anfang ist es notwendig, dass jeder Betroffene erst einmal sich selbst versucht genauer kennen zulernen. Dies hört sich komisch an, wir kennen uns ja schließlich doch wohl selber, oder?
Vielleicht aber dann doch nicht so gut wie wir denken?! Es gilt hinter den Vorhang zu schauen. Warum denken wir grade diese Gedanken oder was empfinden wir bei bestimmten Situationen und warum? Hier auf den Pudels Kern zu kommen kann durchaus knifflig sein. Viele der Antworten auf diese beiden Fragen liegen tief verbuddelt in unserer Vergangenheit. Es sind unsere Lebenseinstellungen und Glaubenssätze die uns hier steuern, häufig begleitet von Ängsten, negativen Gedanken oder Zweifeln. Daher ist der erste Ansatz zu diesen Punkten ein wenig mehr Klarheit zu schaffen und dann nach und nach positiv zu verändern. Eine Um-Konditionierung des Denkens steht also auf dem Programm. Das Gute im Leben wird herausgestellt und betont. Dabei muss es gar nicht großartig künstlich erzeugt werden. Positive Erlebnisse sind überall um uns herum. Nur fallen sie uns nicht immer auf. Ein Bestandteil ist z.B. das sogenannte „Refraiming“. Das bedeutet, dass Situationen oder Aussagen positiv umgedeutet werden. Ein guter Aspekt, an dem wir drehen sollten, oder?
Aber auch außerhalb solcher therapeutischen oder coaching-intensiven Interventionen, die fachmännische Unterstützung beinhalten, kann jeder von uns selber tätig werden. Kleinigkeiten können schon helfen.
- kleiden Sie sich so, dass Sie sich gut fühlen.
- auch ein aufrechter Gang oder Sitzposition wirken wunder.
- Sport ist ein sehr gutes Mittel. Ein Körper in dem wir uns wohl fühlen stärkt das Selbstbewusstsein.
- kleine, realisierbare Ziele setzen und diese mit einer Belohnung feiern, wenn sie erreicht sind.
- neue Menschen kennen lernen, auch unter Zuhilfenahme von Freunden
- versuchen Sie eigene Schwächen zu akzeptieren und Kritik nicht persönlich zu nehmen (silbernes Tablett)
- Einen eigenen Rahmen setzten, Bedürfnisse formulieren und auch ein NEIN freundlich aber deutlich aussprechen, wenn es erforderlich ist
All diese Punkte und noch viel mehr sind kleine Bausteine auf dem Weg zum Ganzen. Durch eine Übung mit dem Namen „Gedankenstopp“ lassen sich negative Gedanken bekämpfen. Ebenfalls hilfreich sind Achtsamkeitsübungen.
Auch ist es wichtig die eigenen Leistungen zu honorieren. Was können Sie gut? Wo haben Sie Erfolge erreicht? Diese Punkte ruhig aufschreiben. Was war alles gut am heutigen Tag?
Das alles endet letztendlich in einem essentiellen Punkt:
„Lerne dich selber lieben!“
Ist all dies einfach? Nein
Geht es schnell? Nein
Ist es möglich? Auf jeden Fall!
Auf geht es
Maik Wickbold

