Vier Pfoten für die Seele
Für eine Vielzahl von Menschen ist das eigene Haustier mehr als nur ein Haustier. Es ist ein Familienmitglied, ein Freund und ein Zuhörer. Dabei hat sich in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten hier einiges im Zusammenleben verändert. Die Bindung zwischen Mensch und Tier ist enger geworden als noch vor 40 oder 50 Jahren. Ein Kriterium dafür ist auch der Wandel in unserer Gesellschaft was Lebensweg und Lebenseinstellung betrifft. Neben dem wachsenden Bedürfnis von Selbstständigkeit, soziale Freiheit oder Unabhängigkeit hat ein solch autarkes Leben aber auch eine zweite Seite. Die Nähe, die Bindung (z.B. durch eine Familie) mit sich bringt ist ein wesentlicher Bestandteil der Psychohygiene. Der Austausch mit anderen oder auch körperliche Nähe ist für uns Menschen sehr wichtig. Als allein lebender Mensch können diese Punkte manchmal zu kurz kommen. Aber dieser Artikel bezieht sich nicht nur auf Menschen, die alleine Leben. Er ist für alle Menschen gültig, die den Mut und Willen haben sich auf ein Tier einzulassen. Genau darüber soll dieser Text nämlich handeln.
Die Art wie z. B. Hunde oder Katzen uns begegnen unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht zu Begegnungen mit unseren Mitmenschen. Tiere sind vorbehaltsloser und auch auf Ihre Art ehrlicher als die meisten Menschen. Dies hat zur Folge, dass wir uns oftmals auf eine intensivere Nähe einlassen.
Grundlegend sind unsere „Fellnasen“ ein maßgeblicher Faktor für eine bessere Gesundheit. Einige Beispiele:
Tiere wollen versorgt werden. Das bedeutet für uns eine Verantwortung und ein regelmäßiger Tagesablauf. Speziell für Menschen mit Depressionen oder mit intensiven Einsamkeitsgefühlen ist das hilfreich. Der Tag wird (notwendigerweise) strukturiert. Dies verhindert, das der Mensch ihn ohne Aufgabe nur zuhause verbringt. Hunde bewirken zudem eine Förderung der Kommunikation. Sie sind Eisbrecher wenn es darum geht auch einmal fremde Menschen anzusprechen und kennen zulernen. Das kann auch gut bei der Partnersuche sein 😉 Über regelmäßige Bewegung fange ich hier gar nicht erst an zu schreiben. Wir alle können uns vorstellen, dass dies gut für ein jeden ist (Übergewicht, Blutdruck, Stressreduktion, Herz-Kreislauf-Erkrankungen…).
Bei der Interaktion mit Tieren lernen wir vertrauen zu geben und zu empfangen, ebenso wie Zuwendung und auch das eine oder andere mal Ablehnung. Grade für die 
Schüchternen unter uns ist dies eine tolle Erfahrung. Wir lernen, wie wir auf das Tier reagieren und (wenn es mal nicht so gut klappt) auch mit der Ablehnung umzugehen. Im besten Fall festigt dies den Charakter und stärkt das Selbstbewusstsein. Dazu kommt, dass wir alleine beim Zusehen von Tieren ruhiger werden. Streicheln reduziert den aktuellen Stress-Level nachweislich noch mehr.
Bei allem positiven „Halleluja“ aber auch der Hinweis das Tier zu nehmen als das was es ist, ein Tier. Es hilft uns in vielerlei Hinsicht, ist aber auf keinen Fall gleichzusetzen mit einem anderen Menschen. Auch wenn es nicht so aussehen mag, das Verhalten der Vierbeiner wird zu meist durch „Erlerntes“ und Instinkt gesteuert. Das soll uns aber nicht hindern all das Gute zu genießen was ein Tier uns gibt und es dabei im Gegenzug auch noch glücklich zu machen. Und mit etwas Glück lehrt es uns, was wirklich wichtig im Leben ist. Daher frei nach einem Zitat aus „Marley und ich“:
„Ein Hund hat keine Verwendung für schicke Autos, große Häuser oder Designer-Klamotten. Ein klatschnasser Stock reicht ihm völlig. Einen Hund interessiert es nicht ob du reich bist, oder arm, clever oder dumm, pfiffig oder doof.
Wenn du ihm dein Herz schenkst, schenkt er dir seins.
Von wie vielen Menschen kann man das behaupten?
Wie viele Menschen können einem das Gefühl geben, selten, echt und besonders zu sein?
Wie viele Menschen können einem das Gefühl geben, außergewöhnlich zu sein?“
… und das wünschen wir irgendwie doch uns alle, oder?
Maik Wickbold

