Der Mensch wird das, was man in ihm sieht
Wir alle kennen ggf. solche Situationen:
- unser Gegenüber sagt etwas dummes
- eine Person stellt sich ungeschickt beim Kochen oder beim Handwerk an
- ein Kind ist immer wieder unruhig
- oder unser Gegenüber scheint oft hochnäsig und arrogant
Wir alle haben unsere Fähigkeiten. Manche sind gut entwickelt und wir sind stolz aus sie. Andere sind eher „ausbaufähig“ und hätten Luft nach oben. Meist wissen wir genau was wir gut können und was nicht und entsprechend achten wir auch darauf wie und wann wir was an Ressourcen nutzen. Und wenn einmal etwas schief geht, dann erschüttert dies eine stabile Persönlichkeit auch nicht nachhaltig. Aber nicht jeder Mensch geht gleichermaßen mit dieser Art von Situationen um. Bei vielen Personen kann negatives Feedback eine schwerwiegende Wirkung haben. Unglücklich wird es immer dann, wenn die Persönlichkeit eben nicht so stabil ist, wie es sein könnte, wenn das Selbstwertgefühl schon angeknackst ist oder wenn die negative Rückmeldung so häufig vorkommt, dass auch ein normales Selbstbewusstsein daran zu knacken hat.
Jeder von uns hat schon einmal Sätze gehört wie: “Wenn du nur daran glaubst, dann kannst du alles schaffen“. Das spannende daran ist die Tatsache, dass diese Sätze (so blöd sie manchmal auch klingen) durchaus einen wahren Kern besitzen. „Alles“ ist in dem Sinne bestimmt nicht realistisch aber es kann ohne Probleme durch das Wort „vieles“ ausgetauscht werden. Im Sinne der klassischen Zieldefinition ist es schon wichtig das Ziel realistisch zu halten.
Was aber, wenn wir aus unserer Umwelt eine zu große Menge von kritischer oder negativer Rückmeldung bekommen? Was wenn kaum ein Mensch an uns und unsere Fähigkeiten glaubt? Was wenn wir sogar wegen unserer kleinen und großen Eigenheiten immer wieder gemobbt werden? Und dazu dann die Frage, wie stabil unsere Persönlichkeit ist… Wenn man mir nur sagen würde, dass ich etwas nicht schaffe, ist leider das Risiko auch sehr hoch, dass ich dies (bewusst oder unbewusst) auch glaube; mit all den Konsequenzen daraus. Wenn man mir aber den Rücken stärkt und auch noch nach dem einen oder anderen Rückschlag das Gefühlt gibt, dass man mir zutraut, dass meine Aktivitäten irgendwann Erfolg haben, ist die Chance gar nicht mal schlecht, dass dem auch irgendeinmal so ist.
Schon Nietzsche schrieb in >Also sprach Zarathustra< :
„Das, was wir an einem Menschen erkennen, das entzünden wir an ihm auch“
Daher das Angebot an alle einmal zu schauen, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Was sagen wir unseren Kindern oder Partnern oder aber auch unseren Kollegen und
Angestellten? Es ist in den meisten Fällen hilfreicher und auch produktiver, wenn wir eine wertschätzende und stärkende Haltung einnehmen. Das Ausnutzen von offensichtlichen Fehlern ist aber leider ein immer wieder gerne genommenes Mittel, um das eigene Selbst zu erhöhen. Daher heißt es hier über den eigenen Schatten springen und gegen den Instinkt handeln. Das stärkt auch die eigene Persönlichkeit.
Wenn wir aber selber der Empfänger von so undankbaren Rücksendungen sind, hilft es, sich mit dem Thema „Kritik“ einmal genauer auseinander zu setzen. Kritik ist nur die Meinung unseres Gegenübers. Wir selber haben die Wahl was wir damit machen. Daher diese Rückmeldung ruhig erst auf ein fiktives silbernes Tablett legen und dann entscheiden ob sie es wert ist dort weg- und angenommen zu werden. Dazu aber mehr in einem anderen Artikel.
Maik Wickbold

